Die „Offene Werkstatt“

„Kreativität ist keine Eigenschaft, die nur besonders begabte Menschen oder Künstler erreichen können, sondern eine Haltung, die jeder Mensch erreichen kann. Erziehung zur Kreativität ist gleichbedeutend mit der Erziehung zum Leben.“ Erich Fromm
 
Im Alltag von Erwachsenen sowohl von Eltern als auch von Erziehern, Lehrern oder Ausbildern geht es oft stressig zu. Manchmal so sehr, dass die genaue Beobachtung dessen, was Kinder tun, nicht zu leisten ist. Unser Blick ist häufig verstellt von Aufgaben und Zielen, die wir im Kopf haben.
So sehen wir z.B. oft nicht, was es für Kinder und Jugendliche bedeutet, bestimmte Dinge zu tun und das einer bestimmten Situation zustehende Lob wird nicht klar herausgestellt.
Hat ein Kind z.B. zu Hause seine zweimal wöchentlich durchzuführende Arbeit erledigt und will sich nun die Taschengeldbelohnung oder auch einfach nur das Lob und die Anerkennung für die fertige Arbeit „abholen“, passiert es wahrscheinlich nicht selten, dass wir mit einem raschen Blick über die eigene Schulter feststellen, dass die Arbeit nicht perfekt ausgeführt wurde und benennen Mängel, das überschrittene „Zeitfenster“, oder kritisieren Anderes.
Um aber Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten, in die eigene Arbeit zu stärken, die Lust daran zu erhalten und die Neugier auf neue Aufgaben und Herausforderungen zu schaffen und zu fördern, sollten Kinder eben die Nützlichkeit und das Gelungene ihrer jeweiligen Arbeiten und deren Ergebnisse erfahren und aufgezeigt bekommen.
Hierfür hat die Erich Kästner-Schule zusätzlich den Bereich „Offene Werkstatt“ geschaffen.
Kinder und Jugendliche können in der Holzwerkstatt unter einer Reihe nützlicher Arbeiten für die Allgemeinheit, etwa die eigene Schule oder einen Kindergarten, auswählen. Unter fachkundiger Anleitung können sie bei deren Erledigung mitwirken und mithelfen. Mit der Arbeit wachsen die Jugendlichen Stück für Stück in die Handhabung von Werkzeugen hinein.
Zudem werden Themen wie „Arbeitssicherheit“, „ Verhalten am Arbeitsplatz“ oder „Organisation des Arbeitsplatzes“ behandelt. Nebenbei und spielerisch werden auch Kenntnisse in Mathematik und Geometrie gefestigt. Bei der Beschreibung eines Arbeitsvorganges für einen neu hinzu gekommenen Schüler oder eine Schülerin werden Deutschkenntnisse gefördert und deren Nützlichkeit für den Lebens- und Arbeitsalltag aufgezeigt.
Die Jugendlichen erleben, dass ihre Mitarbeit zu einem greifbaren und sinnvollen Ergebnis führt.
Zum Beispiel bauen sie für Schülerinnen und Schüler Podeste welche an Werkbänke herangerückt werden können um den Jüngeren und Kleineren unter Ihnen das Arbeiten zu erleichtern oder es überhaupt erst zu ermöglichen.
Was dabei in den Jugendlichen entsteht wird auch als Selbstwirksamkeit oder Selbstwirksamkeits-erfahrung beschrieben. Das stärkt ihr Selbstvertrauen. Die Kinder sind stolz auf ihr Produkt und möchten das eigene Produkt schützen – so wächst ihr Verantwortungsgefühl!
In der „Offenen Werkstatt“ können sich Kinder, denen es schwerfällt, sich ruhig in einer Klasse zu verhalten, stundenweise praktisch betätigen und haben so in diesem Bereich Erfolgserlebnisse. Klassen, in denen zu viele „unruhige Geister“ sitzen, können damit entlastet werden.  
Wir planen, auch aus Holzresten und brauchbarem Altholz verschiedene Arbeiten durchzuführen. Schülerinnen und Schülern, die eine gewisse Schulmüdigkeit zeigen oder die bereits ihre praktische Orientierung erkannt haben, können wir damit ein zusätzliches Betätigungsfeld bieten.
 
Konrad Jung, Schreinermeister und Werklehrer im Bereich Arbeitslehre an der Erich Kästner-Schule Idstein

     

Oben baut ein Schüler ein Schwert. Alle Werkzeuge einer Holzwerkstatt sind im Einsatz. Herr Jung macht es im Maßstab 1:10 verkleinert vor und T. hobelt kräftig an der Klinge seines großen Schwertes. Übrigens arbeitet er an einem der Poseste, die in der Werkstatt zuvor selbst hergestellt wurden.

Unten helfen Schüler beim Verladen von Holz und Werkzeugen.

 

Projektwoche mit krönendem Abschluss

Mit einem Tag der offenen Tür und vielen Spaß- und Spielaktionen endete am Donnerstag die Projektwoche der Erich Kästner -Schule in Idstein. In diesem Jahr stand sie unter dem Motto: "Frei? - Sei dabei...". Viele wissen schon sehr genau, womit sie ihre Freizeit verbringen möchten. Doch es gibt immer auch mindestens eine Alternative. So konnte man sich in dieser Woche in 10 sehr unterschiedlichen Workshops ausprobieren. „Ich bin froh, dass ich rechtzeitig wieder da bin“, eröffnet Sabine Hegenbarth das Schulfest, denn sie war beim Projekt „Überleben in der Natur“ im Taunus ohne Strom unterwegs. Es wurden außerdem im Hinterhof ein Zirkus-Musical entwickelt, Holzbearbeitungstechniken ausprobiert und Tischtennisschläger selbst hergestellt. Die Webtechnik konnte erlernt werden und in der Küche wurde kunterbunt gebacken und dabei entstanden ziemlich leckerlustige Motivmuffins. In einer Rockband probten die Kinder Aufnahmen und coverten u.a. Songs von Gossip. Die Natur bot mit Pflanzenvielfalt Anlass zur Bestimmung von Genießbarkeit und Giftigkeit. Das Ökosystem Teich stand bei den kleineren Schülerinnen und Schülern unter Erkundung. Im Rahmen des Töpfer-Workshops wurde eine Töpferei besucht und in der Sporthalle baute man an einem selbst erfundenen Minigolf-Parcours.

   

Was es schließlich bedeutet, in einer Gruppe herausfordernde und anstrengende Situationen zu meistern, konnten die Schülerinnen und Schüler erfahren, die sich für das Projekt „Leben ohne Strom – eine Nacht im Zelt“ angemeldet hatten. Der beschwerliche Weg führte von der Schule weg in die Höhenlagen des Taunus auf eine Lichtung am Waldrand. Hier wurden weit ab von Häusern und Höfen die Zelte aufgeschlagen. Teamgeist und Ausdauer waren gefragt. Eine Erfahrung dieser Tour war, dass das Gesamte nur entsteht, wenn jeder seinen Beitrag dazu leistet. Nach zwei Tagen Wasser aus der Quelle und Müsli mit Pulvermilch, waren die Schülerinnen und Schüler glücklich über viele Würstchen und Kuchen auf dem Schulfest.

       

.... da wär manchmal eine Bushaltestelle hilfreich gewesen ...

 

 

Kunstprojekt "Kaugummipapier"

Die Schülerinnen und Schüler der BO 3 im Schuljahr 2013/2014 haben in Kunst bei Sabine Hegenbarth eine Foto-App kennen gelernt und schwarz-weiss Poster in A3 erstellt. Mit einem Papierchen in der Hosentasche fing alles an...Kaugummi, Bonbon, Fahrschein.. egal. Das Papier wurde mit einer Lieblings-Comicfigur bezeichnet oder bemalt und später in einem gewissen Abstand zur nächsten Person, dieser vor den Kopf gehalten.... dann klick, klick... ab in den Rechner und nachbearbeitet... Das sind die Arbeiten:

                                                             ... und? Wie findet ihr die?

 

  

Klasse Klima: Ein Klimaprojekt im NAWI-Unterricht und in der Journalisten-AG

Die Klasse BO4 und die Zeitungs-AG haben sich am Wettberwerb "Klasse Klima" des Rheingau-Taunus-Kreises beteiligt und gut abgeschnitten. Herzlichen Glückwunsch! Die Lehrkräfte Christian Kretschmer (NAWI) und Bernd Schmid (AG) überlegten gemeinsam, wie man die Fachbereiche gut verbinden und die Schülerinnen und Schüler motivieren kann. Der zweite Platz (Sekundarstufe I) ging an die Erich Kästner-Schule in Idstein, Nachdem im Physikunterricht die Stromerzeugung erfahrbar gemacht wurde und Mitglieder der Schülerzeitungs-AG eine Umftage in der Stadt starteten und 43 Interviews zu Energie-Einsparung, - Effizienz und Erneuerbare Energien durchführten. Die Menschen, die ihnen begegneten, waren sehr aufgeschlossen und am Thema durchaus interessiert. 

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Pressetext des Wiesbadener Kurier