In der Berufsorientierungsstufe werden die Schülerinnen und Schüler kontinuierlich an die Berufs- und Arbeitswelt herangeführt. Die Schulkonferenz hat im Mai 2017 das Curriculum zur Berufs- und Studienorientierung der Erich Kästner-Schule verabschiedet. Das Schulprogramm wurde um dieses Konzept ergänzt und die Schule nutzt diese Grundlage dazu, sich um das Gütesiegel zur Berufs- und Studienorientierung zu bewerben.
 
 
Die kontinuierliche Beschäftigung mit der Berufs- und Arbeitswelt beginnt im 7. Schuljahr mit einem Praxistag und wird in den folgenden Jahren mit mehrwöchigen Praktika und ab Klasse 9 einem wöchentlichen kontinuierlichen Praxistag fortgeführt.
Ab dem 9. Schuljahr werden zusätzlich Kontakte mit Betrieben geknüpft bzw. verfestigt mit dem Ziel, einen Ausbildungsplatz zu erhalten.
Die Schülerinnen und Schüler lernen durch die enge Zusammenarbeit mit und in den Betrieben, sich bzw. ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten kennen und einzusetzen.
Durch die Kontinuität der Praktika wird gewährleistet, dass auch Schülerinnen und Schüler mit sowohl kognitiven, als auch sozial-emotionalen Problemen sich an die zukünftige Arbeit gewöhnen können.
Durch Betriebsbesichtigungen, intensiven Arbeitslehreunterricht, Bewerbungstraining und Eignungstests, auch durch externe Anbieter, bereiten sich die Schülerinnen und Schüler darauf vor, am Ende ihrer Schulzeit einen Ausbildungsplatz zu erlangen bzw. sich in die Arbeitswelt eingliedern zu können.
Lern- und Bildungspaten stehen einzelnen Schülerinnen und Schülern als individuelle Hilfe zur Seite. Ein Arbeitscoach für die Klassen 8, 9 und 10 unterstützt bei der Suche nach Praktikums- und Ausbildungsplätzen.
Auch in der Berufsorientierungsstufe wird das Prinzip der gesundheitsfördernden Schule umgesetzt und gelebt.
Am Ende der Klasse 10 kann neben dem Berufsorientierten Abschluss auch der Hauptschulabschluss in Kooperation mit der Limesschule Idstein erworben werden.

 

7. Klassenstufe  

Bausteine der Berufsorientierung

 

  • Module im Arbeitslehreunterricht
  • 1-2 Praxistage in Betrieben
  • Präsentation der Praxistage im schulischen Rahmen
  • Fahrrad-Workshop an einem Tag
  • Betriebserkundungen
  • Arbeit mit dem BerufsWahlPass-Ordner
  • Fallgespräche, Förderpläne, Elternberatung
  • Lernpaten
  • Organisation des Schulkiosks
  • freiwillige Teilnahme am „Sozialen Tag“

 

 8. Klassenstufe 7. Klassenstufe

 Bausteine der Berufsorientierung

 

  • Module im Arbeitslehreunterricht
  • Betriebspraktikum (4 Wochen im Frühjahr)
  • Präsentation des Praktikums im schulischen Rahmen
  • Fahrrad-Werkstatt im Verlauf des gesamten Schuljahres
  • Betriebserkundungen/Schnuppertage in Betrieben
  • Berufsparcours
  • „Berufe zum Anfassen“
  • Freiwilliger "Sozialer Tag"
  • Besuch von Ausbildungsmessen
  • Arbeit mit dem BerufsWahlPass-Ordner
  • Fallgespräche, Förderpläne, Elternberatung
  • Lernpaten
  • Arbeitscoach
  • Externe Beratung: Berufsberater der Agentur für Arbeit, Elterninfoabend

 

 9./10. Klassenstufe

 Bausteine der Berufsorientierung

 

  • Module im Arbeitslehreunterricht
  • Betriebspraktikum (2 Wochen im Herbst)
  • Kontinuierlicher Praxistag (immer dienstags ab November)
  • Praxisorientierte Projektwochen mit Prüfung (10. Klasse Projektprüfung mit Hauptschulabschluss)
  • Arbeit mit dem BerufsWahlPass-Ordner
  • Schul- und Berufslaufbahnberatung/ Bewerbungstraining
  • Externe Beratung: AOK, Suchtberatung, Berufsberater der Agentur für Arbeit, Elterninfoabend
  • Fallgespräche, Förderpläne, Elternberatung
  • Jugend ohne Schulden
  • BIZ (Berufsinformationszentrum)
  • Betriebserkundungen/ Schnuppertage in Betrieben/ Berufsschulen/ Berufsbildungswerk/ Handwerkskammer
  • Lernpaten
  • Berufsparcours (9.Klasse)
  • „Berufe zum Anfassen“
  • Besuch von Ausbildungsmessen
  • Kontakte mit weiterführenden Schulen (Berufsschulen, BVB)
  • Eignungstest des psychologischen Dienstes der Agentur für Arbeit (PSH)
  • Arbeitscoach
  • Ausbildungssuche, Hilfe durch die Idstein Stiftung
  • HSA in Kooperation mit der Limesschule
  • Freiwilliger „sozialer Tag“
  • Wettbewerb „Praktikumsordner“ von Schule und Wirtschaft

  

Hauptschulabschluss an der Erich Kästner-Schule

Seit dem Schuljahr 2009/2010 kooperiert die Erich Kästner-Schule in Bezug auf den Hauptschulabschluss mit der Limesschule (Gesamtschule) in Idstein.

 

Der Ablauf:

  
  • Die 1. schriftliche Prüfung ist die Projektprüfung (Präsentationsprüfung) am Ende des 1. Halbjahres.
  • Die 2. und 3. schriftliche Prüfung erfolgt im Mai in den Fächern Mathematik und Deutsch.
  • Die Schule nimmt an der landesweit einheitlichen zentralen Hauptschulabschlussprüfung teil. 
  • Schülerinnen und Schüler, die den Hauptschulabschluss geschafft haben, erhalten das Zeugnis der Limesschule Idstein.
  • Zum Erreichen des Hauptschulabschlusses muss die Schülerin oder der Schüler eine positive Einstellung zu Schule und Unterricht mitbringen.
  • Wichtig sind nicht nur die kognitiven Leistungen, sondern auch einpositives Arbeits- und Sozialverhalten sowie auch Leistungsbereitschaft und Engagement.

 

 

Arbeitscoach

 
 
Frau Müller, unser Arbeitscoach, suchte im Schuljahr 2014/2015 mit Schülerinnen und Schülern der Klassen BO3 bis BO5 Praktikumsstellen und griff dabei auf einen großen Fundus von Betrieben und jahrelange Erfahrungen in diesem Bereich zurück. Für die Praktikanten war diese Unterstützung sehr wertvoll, denn Frau Müller gab gute Tipps und Anregungen. Auch war sie immer selbst zur Stelle, wenn Schülerinnen und Schüler sie bei dieser schwierigen Suche und den damit verbundenen "Türöffner-Gesprächen" brauchen.
Sie half bei Bewerbungsschreiben, achtete auf den richtigen Ton in diesen Schriftstücken und unterstützte beratend und begleitend.
Wenn es in der Schule Elternabende zur Schullaufbahnberatung gab oder die Agentur für Arbeit mit der Berufs- und Rehaberaterin Frau Deis ihre Beratungen anbot, war Frau Müller immer dabei und ergänzte die schulische Sichtweise durch die betrieblichen Erfahrungen, die sie bei der Arbeit mit den Jugendlichen gesammelt hat. Diese Gespräche sind sehr wichtig für die Wahl des richtigen Ausbildungsfeldes und kommen allen am Prozess der Übergangsgestaltung Beteiligten zu Gute. Denn das Bild des Jugendlichen wird ergänzt durch vielfältige gemeinsame Lernerfahrungen in Theorie und Praxis.
Frau Müller begleitete die Lerngruppen zu Ausbildungsmessen in Frankfurt und Wiesbaden, zu Besuchen im BIZ in Wiesbaden und zu den Beruflichen Schulen Untertaunus. Für letztere schrieb sie gemeinsam mit den betreffenden Jugendlichen die Bewerbungsschreiben fristgerecht für die Aufnahme. Hin und wieder kam es auch vor, dass Frau Müller mit den Schülerinnen und Schülern Eignungstests besuchte oder zumindest dafür nützliche Vorbereitungen traf. Gemeinsam mit der Leiterin der Berufsorientierungsstufe, Frau Renate Neid, besuchte Frau Müller Veranstaltungen von OloV (Optimierung lokaler Vermittlungsarbeit im Übergang Schule - Beruf) in Wiesbaden, um neueste Informationen der lokalen Möglichkeiten in Erfahrung zu bringen und ins Schulgeschehen einzubinden. Wir sind Frau Müller und der Idstein Stiftung sehr dankbar für diese Unterstützung, die für unsere Jugendlichen eine wichtige und unerlässliche Hilfe im Übergang Schule - Beruf im Schuljahr 2014/2015 darstellte.
 
 
Im Schuljahr 2015/16 arbeitete Frau Müller ebenso in der BO-Stufe und insbesondere Klasse BO 4. Mit Beginn des Schuljahres begann die Suche nach Praktikumsplätzen für die 11 Schüler/innen der Klasse BO 4 ebenso wie für die Schüler/innen der Klasse BO 3. Bereits vor den Somerferien hatte Frau Müller für einige Schüler/innen ein Praktikum vermitteln können. Nicht nur bei der Suche nach einem Praktikumsplatz war sie behilflich, sondern auch beim Erstellen der Bewerbungsschreiben. 

In folgenden Betrieben konnte u.a. ein Praktikum absolviert werden:

Autolackiererei H&M GmbH, Baudekoration Markus Höffner, Bächerei Heck/Verkauf, Garten- und Landschaftsbau Maschek, Metallbau Leichtfuß, GaLa- Bau Remsing (2 Schüler), Kita am Gänsberg Idstein, Helios-Klinik Idstein, Kreativmarkt Wiesbaden /Verkauf, Landwirtschaftsbetrieb Volz in Idstein.

Mit Besuchen am Praktikumsplatz und vielen Gesprächen auch in der Schule wurden die Schülerinnen und Schüler von Frau Müller während des gesamten Schuljahres betreut. Sie begleitete sie bei Besuchen zum BIZ Wiesbaden, zu Ausbildungsmessen in Wiesbaden und Frankfurt, zum Tag der offenen Tür der Kerschensteiner Schule und der Beruflichen Schulen Untertaunus.

Frau Müller nahm an den Gesprächen mit der Reha-Beraterin der Agentur für Arbeit , Frau Deis, an einem Elternabend und an einem Elternberufsinfoabend teil. Hinzu kamen viele individuelle Bewerbungsschreiben für einen Ausbildungsplatz und/ oder für den Besuch der Beruflichen Schulen Untertaunus bzw. Kerschensteiner Schule in Wiesbaden.

Mit Beendigung der Schulzeit und dem Erlangen des Hauptschulabschlusses werden 5 Schüleriinnen und Schüler der Klasse BO 4 eine Ausbildung beginnen: Zwei Schüler als Gärtner, Elektriker, Maler-Lackierer und Landwirt.

Eine Schülerin wird die Berufsfachschule/ Kerschensteiner Schule in Wiesbaden besuchen, eine Schülerin wird ein FSJ absolvieren, drei weitere Schülerinnen und Schüler besuchen im Anschluss das BVB in Wiesbaden.
Desweiteren fanden Gespräche und Beratungen bei den Schülerninnen und Schülern der 8.und 9. Klasse statt. Auch hier konnte Frau Müller Praktika vermitteln und Bewerbungsschreiben mit den Jugendlichen gemeinsam verfassen.
Ihre Tätigkeit fand stets in enger und positiver Zusammenarbeit mit den jeweiligen Klassenlehrerinnen und -lehrern und den Eltern statt.
Die Erich Kästner-Schule dankt der Idstein-Stiftung für die unterstützende Finanzierung dieser wertvollen Hilfe.
 
 
Berufseinstiegsbegleiter
 
 
Herr Trottner ergänzt seit dem Schuljahr 2015/2016 das Angebot der Berufsorientierungsstufe als Berufseinstiegsbegleiter (BerEb). Bei der Berufseinstiegsbegleitung handelt es sich um ein Angebot der Agentur für Arbeit. Der Berufseinstiegsbegleiter begleitet insbesondere leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler über eine längere Zeit individuell bei ihrem Übergang von der Schule in eine Ausbildung oder in ein Beschäftigungsverhältnis. Die Begleitung beginnt mit dem Besuch der Vorabgangsklasse der allgemeinbildenden Schule und endet ein halbes Jahr nach Beginn einer beruflichen Ausbildung. Spätestens endet die Begleitung jedoch 24 Monate nach Beendigung der allgemeinbildenden Schule.
 
 
 
Barrierefrei starten e.V. 
 
 
Jürgen Reichert (1. Vorsitzender), Gunn-Eva Uhl (Coach), Herr Kasprzak (Coach)
 
 
Der folgende Text stammt von der Seite Barrierefrei starten e.V.
 
"Jugendliche mit Handicap haben zahlreiche Talente und Fähigkeiten, die oft unterschätzt und nicht entsprechend gefördert werden. Als Folge wird solchen jungen Menschen der Eintritt ins Berufsleben oft schwer gemacht oder bleibt ihnen komplett verwehrt, obwohl sie leistungsbereit sind und sich einen Arbeitsplatz wünschen.
„Barrierefrei starten“ möchte diese Lücke schließen und hat erkannt, worauf es bei der Unterstützung von körperlich behinderten oder lernschwachen Jugendlichen in diesem Bereich ankommt: auf eine früh startende, qualifizierte und intensive, persönliche Betreuung. Sie fördert Selbstbestimmung, Zuverlässigkeit, Mut, Willen, Motivation und Leistung der jungen Menschen. Die individuelle Begleitung junger Menschen mit Handicap ist das Markenzeichen unseres Vereins.
In Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft und der Agentur für Arbeit Wiesbaden und in Kooperation mi der Hermann-Ehlers-Schule, der IGS Kastellstraße der August-Hermann-Francke-Schule, der Albert-Schweitzer-Schule (alle Wiesbaden) und der Erich-Kästner-Schule (Idstein) bietet „Barrierefrei starten“ gehandicapten Schülern ein intensives Betreuungsangebot an. Professionelle Coaches stehen den Jugendlichen und dem Arbeitgeber während der Ausbildung unterstützend zur Seite. Zudem erfahren die Schüler und Betriebe Unterstützung durch die Handwerkskammer Wiesbaden.

Das Coaching ist deshalb das Herzstück unseres Vereins. Es sorgt dafür, dass unser Ziel, den Jugendlichen mit Handicap einen Zugang zu einer für sie geeigneten Berufsausbildung zu gewährleisten, in die Tat umgesetzt werden kann – mit großem Erfolg."

 

Berufs- und Studienorientierung an der EKS

  

Stufenleiterin Renate Neid und Mohamed Tajioui überarbeiteten gemeinsam im Rahmen einer modularisierten Fortbildung das BSO-Konzept der Erich Kästner-Schule. Dabei wurden bereits existierende Bestandteile mit neuen ergänzt und an der Implementierung neuer Bausteine gearbeitet. Die EKS befindet sich damit auf dem Weg zum Erwerb des OloV-Gütesiegels Berufs- und Studienorientierung.