Die BO3 und BO4 waren am Freitag, 02.11.2018, unterwegs in Idstein. Sie begaben sich auf die Spuren der nationalsozialistischen Vergangenheit und besuchten Gedenkstellen für Menschen, die durch Euthanasie im 2. Weltkrieg starben.
"Der Kalmenhof in Idstein, im Jahr 1888 als interkonfessionelle Bürgerstiftung vor allem auf Initiative des Frankfurter Bankiers, Philanthropen und Sozialreformers Charles Hallgarten gegründet und heutzutage ein Standort von „Vitos Teilhabe gemeinnützige GmbH“, erlebte eine wechselvolle Geschichte.
1933 wurde die vormals privat finanzierte Einrichtung gleichgeschaltet, der private Trägerverein zerschlagen. Der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) übernahm mit seiner Gründung 1953 die Trägerschaft und das Eigentum des Kalmenhofes.
Während der Zeit der „Euthanasie“-Morde fungierte der Kalmenhof als Zwischenanstalt; von dort aus wurden viele Menschen zum Zwecke ihrer Ermordung in Tötungsanstalten deportiert. Auch auf dem Gelände des Kalmenhofes wurde im Kontext der „dezentralen Euthanasie“ in großem Umfang gemordet.
Im 1927 erbauten Krankenhaus war 1941 eine „Kinderfachabteilung“ eingerichtet worden. Hunderte Menschen wurden dort bis zum Frühjahr 1945 planvoll getötet und auf dem Gelände verscharrt.
Im Bereich der vermuteten Massengräber wurde 1987 eine mit Bundesgeldern finanzierte Gedenkstätte errichtet. Die hier begrabenen Opfer sind namentlich bekannt; eine genaue Lokalisierung der Gräber auf dem Gelände ist bisher nicht erfolgt." (pdf Infopapier von Frohn/ Menz)